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Heidesee Ortsteil Streganz

Streganz

Streganz weist nach seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1321 eine turbulente Geschichte auf. Das Leben seiner friedlichen Bewohner mit Berufen rund um Ackerbau und Viehwirtschaft wurde häufig von Armut, Seuchen und Verwüstungen zerstört oder in seiner Existenz bedroht – als Folge von Kriegen und Eigentumskonflikten zwischen Fürsten, Rittergutsbesitzern, Lehnschulzen und anderen „hohen Herrschaften“. Häufige Wechsel in der Zugehörigkeit zu Verwaltungseinheiten und Gerichtsbezirken kamen hinzu. So ist es kein Zufall, dass nach der völligen Verwüstung des Ortes durch den Dreißigjährigen Krieg oder einem der nachfolgenden Kriege die zurückgekehrten Bürger eine Friedenseiche an der Dorfaue des Rundlingsdorfes pflanzten – Ausdruck ihrer Sehnsucht nach Ruhe und Frieden. Das ergaben die intensiven Forschungen der Streganzer Arbeitsgemeinschaft Geschichte. Viele Bewohner des Ortsteiles Streganz beschäftigen sich ehrenamtlich oder beruflich mit Natur und Geschichte. Daher spielt sich das Ortsleben seit jeher rings um die alte Eiche ab, darunter das seit über 50 Jahren veranstaltete Dorffest. Die ursprüngliche Wortbedeutung des Ortsnamens, nämlich wachen oder hüten, erhält so hunderte Jahre später ihre erneute Bestätigung. Neben der Eiche bewahren und lieben die Streganzer ihre anderen Naturschönheiten, besonders den Gutssee, den Linowsee, den Streganzer Berg (94 m) mit weiter Aussicht, den Streitberg (84 m), die Naturdenkmäler Blutbuchenallee oder Streganzer Bauernkiefer. Von Ortskundigen kann man sich den größten Findling im Dahmeland, den Wetekampstein, Schmelzwassersandflächen mit Feuersteinen oder den Platz des alten Rittergutes Streganzberg zeigen lassen. Zu seinen vielen Besitzern gehört der Erfinder des ersten Raketenautos mit Flüssigkeitsantrieb, der Ingenieur und Industrielle, Dr. Paul Heylandt. Für Interessierte veranstaltet die AG Geschichte Wanderungen in und um Streganz. Somit ist klar: Für die Streganzer bedarf es nicht Fontane oder anderer prominenter Erzähler. Über ihren Ort berichten sie am liebsten selbst.